Das ist die Buchbinderei in Sankt Augustin bei den Steyler Missionaren. Sie befindet sich im Keller. Deshalb werden wir Kellerkinder genannt.
Ein paar Maschinen älteren Datums, riesengroße Stockpressen, kleine Goldtitel-Presse, Regale für Vorräte.
Das ist die Pappschere. Damit kann man Bögen von Pappe und Papier schneidern.
Das ist der Arbeitstisch. Ich habe gerade die Arbeit an einem Missale und an einem Lektionar beendet.
Ich konnte den Überzug vom alten Buch abziehen und wieder auf das neu eingebundene Buch kleben. Die Goldprägung war noch gut erhalten.
Hier bringe ich die Digitis (Finger) ins neue Missale. (Zum besseren Umblättern der Seiten).
Hier arbeite ich an einer grossen Titel-Vergoldepresse. Hier muss man die Schrifttypen oder die Klischees ankleben oder in einen Rahmen spannen.
Das ist der Raum für Lexikas in unserer Bibliothek.
Hier ist Bruder Paul, mein Kollege, am Setzen des Rückentitels. In der Mitte ist die Buchtitel-Presse.- Fotos im Februar 2007
Hier hänge ich die Buchdecke in den Buchblock. Links stehen die Buchdecken. Der Buchtitel ist mit der Prägepresse gedruckt.
Ich setzte einen Stapel Bücher in die grosse Stockpresse.
Hier nehme ich einen anderen Stapel Bücher aus der Presse heraus. Es sind Gebetbücher.
Hier bin ich am Einfärben eines Buchschnittes. Liturgische Bücher färbt man besser ein. Das sieht sehr schön aus und es schützt die Blätter, besonders die Vorderseite. Besonders schön sieht der Goldschnitt aus, den man an besonders wertvollen Büchern anbringt.
Wirklich farbenfroh und frisch wirken diese Breviere. Vorne sind drei “Gotteslob”, die ich mit einem dunkelbraunen Schnitt gefärbt habe. Der Vorderdeckel des Einbandes hat eine schöne Pressvergoldung.
Das sind Stundenbücher, zwei Bände des liturgischen Jahres.
Hier sind Probebücher, die verschiedenen Einbandstoff und Decken-Pressvergoldungen haben.
Hier die gleichen Bücher liegend, im Stapel.- Mai 2007
Hier arbeite ich an einem sehr alten Buch. Es war total aus der Form geraten. Ich habe es am Rücken verleimt und einen “Franzband” daraus gemacht. Die Heftbünde sind “echt”. Deckel am Buch angesetzt, mit Ziegenleder gebunden. Hier bringe ich das Leder am Rücken an und binde die Heftbünde mit Zwirnsfäden ab.
So habe ich das Buch in eine Klotzpresse getan und die Heftbünde abgebunden.
Nun muss ich noch das Leder einschlagen. Rechts die alten Buchdecke.
Und das ist das fast fertige Buch. Im Buchdeckel innen klebe ich noch einen Falsz ein und bringe die Spiegelblätter an. Den Buchschnitt habe ich so gelassen, wie er vorher war.
Das ist das Buch stehend. Die “echten” Heftbünde kommen gut heraus. - August 2007
Dieses Messbuch habe ich für das St.Monika-Altersheim gebunden. Rotes Kunstleder, Farbschnitt, Pressvergoldung auf den Deckeln. Rechts liegen zwei Halbleder-Deckenbände mit unechten Bünden und Titelvergoldung für unsere Hausbibliothek.- Oktober 2007
Dieses Missale habe ich für unsere Unterkirche gebunden. Den Lederdeckel konnte ich vom alten Buch einpassen. Die Schließen und Beschläge lagen noch auf Vorrat. So habe ich sie gesäubert und angebracht.- November 2007
Die Schliessen vom unteren Buchteil musste ich neu vermessen und dann umbiegen (enger machen).
Dies ist eine ganze Serie von Bänden für unsere Hausbücherei. Diese Bücher sind aus den Jahren 1910 bis 1930. Den Buchblock habe ich so belassen, also nicht beschnitten. Schön macht sich die Titel-Vergoldung. November 2007
Das war am 4. Januar 2008. Das ist eine grosse Bibel, die schon halbfertig gebunden war. (Steyl) Weitere Arbeiten wurden von mir gemacht, wie geleimt, beschnitten auf tiefem Pfalz abgepresst, den Buchschnitt eingefärbt. Dann werden die Deckel angesetzt und die Heftbünde aufgeklebt.
Nun fange ich an, das Kapitalband zu sticken. Verschiedenfarbiges Stickgarn, und auf gehts.
Das sind bereits die letzten Stiche. Man kann auch ein Lederriemchen erkennen, in Stoff eingewickelt und am Ende des Buchrückens aufgeklebt. Ab und zu muss man in die Lagen stechen, damit das Kapitalband mehr Halt bekommt.
Inzwischen habe ich “falsche” Bünde (doppel) aufgeklebt, habe Leder zurechtgeschnitten, geschärft, und habe das Leder über dem Rücken aufgeklebt. Nun bin ich dabei, die Bünde abzubinden.
Jeder Bund bekommt drei Fäden, einen für die Mitte, weil es ja Doppelbünde sind.
Mit dem Falzbein drücke ich die Fäden in das Leder. Wasser macht das Leder geschmeidig, das Falzbein hilft nach.
Ich modelliere noch etwas nach.
Das sind die fertig abgebundenen “falschen” Bünde.
Inzwischen habe ich das Leder oben, unten und vorne eingeschlagen. Das “Häubchen” an den Kapitalen braucht besondere Aufmerksamkeit.
Das Buch sieht schon fertig aus. Es bedarf aber noch einiger Arbeiten, bis es soweit ist.
Nun ist das Buch bereits fertig. Ich habe Schliessen am Buch befestigt. Lerider konnte ich die Ecken des Satzes nicht benutzen. So musste ich, als Ausgleich zum oberen Aufsatz der Schließen, damit es in der Ballanze liegt, auch beim Rücken einen Aufsatz machen. Es sind Messing-Platten von sakralen Gewändern. Im Zentrum des Deckels habe ich eine Dekoration mit Press-Vergoldung geschaffen.
Ein Blick auf die Rückseite. Hier keine Vergoldung. Die Metallerhöhungen mussten leider unterschiedlich sein. Hier sieht man die volle Schönheit der Metall-Schliessen.
Die Bibel ist eine “Prachtausgabe”. Im Innern sind Drucke (Miniaturen) aus Mittelalterlichen Handschriften. Hier die Abendmahlsgeschichte.
Als Paralelle eine Ganzleder-Decke mit Pressvergoldung.
Am Rücken “Unechte Bünde” mit Linien-Vergoldung und Buchtitel.
Es ist die Bücker-Bibel, ein Auszug aus der Bibel mit Bebilderung und Hand-Druckschrift. Hier die Geschichte mit dem Propheten Johnas und dem Fisch.
Diese Arbeit geht auf das Jahr 1980 zurück. Ein “Gotteslob”, gebunden in mitelalterlicher Manier. Der Buchschnitt (Lagen ) ebbarbiert.
Geheftet auf “echten Doppelbünden” !! Buchdeckel aus Holz, die Heftbünde in den Deckel hineingezogen, gesticktes Kapital, Schweinsleder, selbstgearbeitete Metall - und Lederschliessen.
Hier das geöffnete Buch.
Eine föllig andere Arbeit sind diese Bücher. Es sind Einbände, Broschüren mit Karton-Umschlag und am Rücken gerändelt, und Klebebindung. Das sind Examensarbeiten unsere Studenten.
Das bin ich, sitzend an der Heftlade, und hefte Zeitschriften -Magazine auf Heftband. Mit der linken Hand steche ich die Löcher für den Faden von der Innenseite des Bogens vor und führe dann die Nadel mit dem Zwirn innen mit der linken Hand, von aussen mit der rechten Hand. Das war etwa im Jahr 1958 oder 1960.
Hier nehme ich Broschuren auseinander und bereite sie zum Heften vor. In der Hand habe ich ein Messer.
Das ist mein Meister, Bruder Gerhard Heinrich Backes. Er begutachtet einen Schmuckkasten, der mit Leder bezogen ist.
Eine uralte Krause-Rad-Schneidemaschiene. Das Schneidemesser wird mit dem riesigen Schwungrad rechts in Bewegung gebracht.
Dies ist ein von mir gebundenes lateinisches Altarmessbuch. Der Einband ist Ziegenleder, die Einbandtechnik ist ein sog. Franzband. Das weiße Kreuz und das braune Mittelfeld sind Leder-Auflegearbeiten. Die Linien sind von Hand gerollt und mit Blattgold ausgelegt. Mittelfeld Blinddruck. Das ist bereits ein Beispiel von “Hoher Kunst” beim Einbinden von Büchern. Etwa 1960.
Dies ist ebenfalls ein Altar-Missale. Rotes Ziegenleder, Metallschließen, unechte Bünde, Franzband. Die Taube ist Lederbesatz, die Goldlinien sind echte Handvergoldung. 1961
Das gleiche Buch im aufgeschlagenem Zustand. Unten am Buch ist der Goldschnitt zu sehen.
Ein anderes Missale. Grünes Ziegenleder, Bünde unecht, Linien handvergoldet, Franzband. 1960
Das ist ein Evangeliar. Rotes Ziegenleder, Franzband. Linien handvergoldet. 1959
Die Bücher, die nun folgen, sind Teile meines “Meisterstückes” aus dem Jahre 1966. Links unten ein Schweins-Pergament-Einband mit Pinsel-Tusche-Zeichnung auf den Deckeln. Innen echtes Büttenpapier, Kapital handgestochen. Hinten ein Fotoalbum in Schweinsleder mit Leder-Intarsien-Arbeiten. Rechts dann ein Geschäftsbuch mit Schweinslederbesatz und Sprungrücken. Linien und Schrift Handblinddruck.
Nachfolgend diese drei Bücher einzeln. Pergament-Einband mit Schutzkasten.
Fotoalbum, Schweinsleder mit Leder-Intarsien-Arbeit. Schuber.
Geschäftsbuch mit Lederbesatz und Sprungrücken.
Dies war der Halb- Franzband , auf echte Bünde geheftet. Ziegenleder, Linien Handvergoldung, Überzugpaier vom Buch und Schuber sind sog. Kleisterpaier, handdekoriertes Papier. Schuber mit Lederbesatz.
Das war der Ganz-Franzband. Ziegenleder, Kreuz ist Lederbesatz, Titel in Gold, Blinddrucklinien, Goldschnitt (leider hier nicht sichtbar). Es ist ein Evangeliar.
Edel-Pappband mit Leder- Ober und Unterkanten. Das Überzugpapier ist Kleisterpapier, handdekoriert, Schuber ebenfalls Kleisterpapier.
Das ist ein Ganzleinen-Einband. Gerader Rücken, tiefer Falz, Handtiteldruck auf Titelleder, Schuber.
Ebenfalls Edelpappband, Handmalerei auf Elefantenhaut-Papier mit Schutzkasten. Leider ist das Foto (Dias) seitenverdreht.
Das ist ein Satz Servietten-Ringe mit einen Schutzkasten. Lederbezug, Intarsien-Arbeiten, Innenfutter. Das Foto is leider unscharf.
Leider ist auch dieses Foto etwas unscharf. Es zeigt einen Ziegenleder- Ganzfranzband mit Leder-Intarsienarbeiten (echt stark und verrückt).
Das sind Bücher in der Hausbücherei in St.Wendel, die wir damals eingebunden haben. Sie sind bedruckt auf rotem Titelleder, alles Handprägung. Das war etwa 1960.
Das ist ein anderes Bücher-Regal in der Hausbibliothek
Viele Jahre später. Das war im Jahr 1998 in Tamale. Ich habe tatsächlich meine Buchbinder-Talente wsieder entdeckt. Ganz primitiev versuche ich wieder etwas zu machen. Einige Utensilien hatte ich mir vorsorglich mitgenommen.
Im Jahr 2001 hatte ich mir einige Gerätschaften aus Deutschland kommen lassen. Hier eine kleine Hebelschneidemaschiene.
Auch eine Pappschere hatte ich nun.
Ich arbeite an einer Klotzpresse und presse die Bücher ab. Es war schon beinahe professionell.
Auch mein Besucher Manfred packte mit an, wenn er auf Urlaub kam.
Ich arbeitete an einem Pontifikale, ein liturgisches Buch für den neuen Bischof von Yendi. Hier schneide ich das Fell auf die Grösse des Buches zu.
Ich bin am Kapital-Stechen für das Buch für den Bischof.
Hier sind bereits die ersten Bücher fertig. Es sind Lektionare in Anufu Sprache und wurden von Fr.James aus Chereponi bestellt.
Es ist ein Ziegenfell, d.h. nicht Ziegenleder. Die Haut des Tieres hat noch die Haare dran. Da ist eine spezielle Gerbung notwendig.
Das Buch ist schon fertig. Der dunkle Streifen ist das Rückgrat der Ziege. Die weissen Streifen sind Maserungen des Felles.
Hier ist das Buch ganz aufgeschlagen. hier sieht man sehr schön die Maserungen des Felles. Auch die Metall- Schließen sind zu erkennen.
Das Buch hat auch einen Kasten bekommen, als Schutz. Er ist zusammenklappbar. Innen ist handgewobener Stoff.
Alles nochmals von der anderen Seite. Das war alles im Februar 2001.
Auch in Yendi ab 2003 habe ich mich mit dem Einbinden von Büchern befasst. Hier wieder die Hebel- Schneidemaschiene.
Hier bin ich am grossen Tisch. Ich presse ein Buch ab und leime es nochmals.
Das sind wieder liturgische Bücher, Messbücher und Lektionare. Ich habe sie mit einem Rotschnitt versehen. Ich habe wieder die Dekoration der alten Bücher aufgeklebt und sie sogar noch ausgemahlt.
Auch die Digitis (Finger) klebe ich wieder ein für das bessere Umblättern.
Die Aussendekoration des Missale und auch die Digitis am offenen Buch sind zu sehen.
Hier sind Bücher mit selbst gefärbtem Überzugpapier. Die drei oberen Bücher wurden von den Carmel Schwestern von Tamale eingebunden und dekoriert.
Hier wieder Überzug-Papiere, selber eingefärbt. Oben angefangene Bücher.
Hier habe ich alle Gerätschaften bereits nach Tamale zu den Karmeliten-Schwestern gebracht. In der Zeit von sechs Monaten habe ich zwei der Schwestern angelernt.
In der Mitte ist Schwester Maureen, die jetzt alles weitermacht. Das war im Oktober 2006.
Das war im Mai 2008. Ich arbeite an einem lateinischen Altar-Missale. Der Buchblock mit Heftung, Goldschnitt, Zeichenbändern, handgestochenem Kapital und fertig angesetzten Deckeln wurde von einem Buchbinder aus Steyl gemacht. Vor Jahren, zehn oder zwanzig oder dreissig? Ich konnte es nicht feststellen. Ich motivierte mich selbst, es zu Ende zu binden.
Leder war nur sehr dünnes vorhanden. Ich verstärkte es mit Schirting. Damit der Goldschnitt nicht verschmutzt wird, habe ich ihn eingepackt.
Ich ziehe das Leder über den Rücken (verkleben). Diesmal habe ich keine “unechten Bünde” aufgeklebt. Der Rücken sollte glatt bleiben.
Der Ledernutzen ist auf den Deckel geleimt. Ein guter Druck in der Presse beendet den Klebeprozess.
Die nächsten beiden Bürcher sind auch lateinische Altar-Missale. Ich habe sie aus unserer Hochschul-Bibliothek hervorgekramt. Ich habe sie als Muster- und Vorzeigebücher hier in der Buchbinderei liegen. Ein Buchbinder aus dem Hause muss sie vor ettlichen Jahren gefertigt haben.
Deckel und Rückseite sind aus Holz und haben schöne Furnier-Intarsien. Es ist eine schöne Arbeit und braucht viel Zeit. Hier ist es das “Auge Gottes” mit dem Dreieck und den drei Strahlenbündeln. Es ist ein Sinnbild für die Heiligste Dreifaltigkeit. Die andere Seite zeigt ein Kreuz auf einem Felsen stehend. Im Fels ist eingemeiselt das SVD. Das ist alles ein “Logo” für die Steyler Missionare.
Die obere Schliesse war verlorengegangen. So habe ich aus dünnem Blech eine neue gefertigt. Sie erfüllt den Zweck, das Buch geschlossen zu halten. Jeder sieht aber den Unterschied.
Das ist ein anderes Missale. es stammt wirklich von 1720. Jemand hat das Buch restauriert.
Die Ecken und die Einschläge an den beiden Kapitalen wurden erneuert. Das Buch wurde aber dabei auch beschnitten.
Die Deckel sind aus Holz und vorne nach innen abgeschrägt. Die Schliessen sind die ursprünglichen. Zeichenbänder und Digitis sind erneuert.
Es hatte eine schöne Handvergoldung. Der Restaurator hat eine Schutzschachte dazu gemacht, ein Schuber.
Das sind Musterdecken mit Pressvergoldung, die in unserer Druckerei-Buchbinderei in Steyl gemacht worden sind.
Die Vergolde-Druckplatten existieren leider nicht mehr. Die Werkstätten wurden aufgelöst.
Das ist mein Kollege Bruder Paul. Er macht eine kleine Nebenarbeit: Briefmarken-Ausschneiden aus Kuverts für unsere Briefmarken-Sammelstelle.
Gelegentlich kann das Gewöhnliche und Alltägliche auch schön sein. Das sind 20 Bände einer Zeitschrift, ein einem Rutsch gebunden.
Das Drucken der Titel machte wirklich Spaß.