Das ist eine Bibel von 1705. Der Buchblock war noch gut erhalten. Die Holzdeckel sind original. Das Buch hat bereits eine Hülse und Rückeneinlage, Auch die Lederschließen sind fertig gerichtet. Das Maroquienleder (Ziegenleder) ist zugeschnitten und geschärft.
In Arbeit hatte ich auch ein kleines lateinisches Brevier von 1709. Auch hier waren die Holzdeckel noch gut erhalten. Ich habe bereits den Rücken mit Schweinsleder eingeledert und die echten Bünde abgebunden.
Nun überziehe ich die Deckel.
Hier arbeite ich am Einledern der Bibel. Der eingekleisterte Ledernutzen wird über den Rücken des Buches gezogen.......
das Leder über den Bünden mit Wasser geschmeidig gemacht......
und dann werden die Bünde abgebunden.
Hier habe ich bereits das Leder um und in die Deckel eingeschlagen und auch die Lederschließen angebracht.
Am kleinen Buch rechts bin ich dabei, die Spiegel auf Deckel und Vorsatz zu kleben. Bei der Bibel habe ich am Vorderdeckel ein Feld ausgeschnitten und klebe nun das Mittelstück des original Pergamentbezuges hinein.
Der Klebeprozess ist bereits abgeschlossen.
Die Rückseite lasse ich frei. Um die Ecken der Deckel zu schützen, bringe ich vorgefertigte Blechecken an.
Hier bin ich dabei, den Bünden entlang Blinddrucklinien zu ziehen.
Die dunkel gefärbten Linien erreicht man, indem ich die Linien beim zweiten Druck mit heißem Wachs nachziehe.
Das ist eine Fotokopie des Titelblattes. Der Originaldruck ist leider nur zur Hälfte erhalten.
Das ist das Titelblatt für des Brevier.
Hier das Brevier in Schweinsleder. Die dunklen Linien kommen auf dem hellen Leder bestens zur Geltung.
Ich habe keinen Rückentitel gedruckt, weil die Bücher im Original auch unbedruckt waren. Rechs steht der alte Pergamentüberzug der Bibel. Die Bibel wurde viel gebraucht. Man sieht es gut am Kopf des Rückens, der durch das ständige Herausnehmen aus dem Bücherregal starkt mitgenommen ist. Auch die Abnutzung durch das in der Hand halten des Buches am Rücken und rückwärtigem Deckel ist deutlich zu sehen. - Nun werden die beiden Bücher die kommenden 300 Jahre gut überstehen.
Das war am 12. Mai 2009. Unser Bibliothekar hatte mir einige “alte Schwarten” gebracht, um sie wieder aufzumöbeln. Einige sehen wirklich erbärmlich aus.
Was beim vorderen Buch zwischen den Bünden aufgeklebt ist, sieht nach Pergament aus. Und was da auf das Pergmament aufgeschrieben ist, scheint richtige Handschrift zu sein.
Wie soetwas wieder zusammenflicken?
Das war der Anfang. ein Liederbuch. Das ist wirklich Holz als Buchdeckel. Besonders alt? Jahreszahl ist nicht festellbar.
Das nächste Buch geht in Arbeit. Der eine Holz-Buchdeckel ist noch vorhanden. Links sind die Überbleibsel vom zweiten. Alles ein Fraß der Holz- und Bücherwürmer. Interessant ist auch, wie der Buchrücken zwischen den Heftbünden verstärkt wurde. Es sind Streifen aus richtigem Pergament. Leider sind die Schliessen unvollständig.
Ich will den Holz-Buchdeckel wieder verwenden. Der Deckel hat nur eine ganz schmale Vorderkante. Vielleicht kann ich die Schließem ergänzen. Weil eine Schließe lange Zeit fehlte, ist das Buch in der Dicke einseitig, d.h. es ist ist dort richtige aufgequollen.
Das ist die andere Seite des Buches. Es sind die Ordensregeln der Franziskaner von 1760. Im Vordergrnd liegen zwei beschriebene Schnipsel. Es sind Pergamentstreifen vom Buch, das ich am Tag zuvor angefangen hatte. Sie wurden wiederum als Verstärkung für den Buchrücken gebraucht. Interressant ist, dass dies vermutlich einmal Pergament-Handschriften waren.
Man kann es kaum glauben: Das sind die fertigen Bücher am 23. Mai 2009. Nicht wiederzuerkennen!
Am 16. Juni 2009 brachte mir unser Bibliothekar weiter “Erbstücke” der Hochschul-Bücherei, die in den Bestand aufgenommen werden sollten. Zuvor allerdings sollten sie ins ”Bücher-Hospital“. Läßt sich aus diesen ”Schwarten“ überhaupt noch etwas machen, außer wegwerfen?
Vom Gebrauch alleine können sie wohl nicht so mitgenommen sein. Wer weiß, wo die gelegen haben. Es waren vier Bücher in Pergament dabei. Folglich mußte ich mich wieder mit diesem Material befassen (total außer Übung).
Dieses Buch ist ein Unikum. Es wurde 1568 gedruckt
Der Buchbinder hat das Buch mit der Noten-Pergament-Handschrift eingebunden. Es bedarf besonderer Betreuung und Vorsicht. Das Buch wurde zweimal gebunden. Der Rücken des ersten Einbandes ging kaputt. So hat ein Buchbinder irgendwann später den Rücken, wiederum mit Pergament, erneuert. Das war dann eine Art Halbpergament-Einband.
Aber auch dieser Pergamentrücken wurde aufgebraucht. Ich entfernt vorsichtig die Reste und habe alles mit Schwamm, Wasser und Seife vorsichtig abgewaschen. Zu bewundern ist, dass die Tinte der Schrift so fest ist, dass sie sich nicht abwischen läßt. Die alte Handschrift am Rücken-Bundsteg sieht wie neu aus, weil überklebt und somit geschützt war. Ich werde nun versuchen, das neue Pergament unter die Pergamenthandschrift drunter zu schieben und daraufkleben.
Die beiden Decken mußte ich etwas abschneide. Dabei entdeckte ich, dass das Pergament über einen dünnen 'Deckel nur gespannt war (Hohldeckel). So konnte ich einen Blick auf die Pergament-Rückseite werfen.
Leider mußte ich alles wieder zukleben.
Das ist die Außenseite der Decke.
Die Innenseite mit Beschriftung auf dem Spiegel.
Nun hänge ich die Pergament-Decke ein und versuche, die “echten” Doppelbünde herauszuarbeiten und abzubinden.
Ich habe eben ein anderes Buch “eingeledert”. Das ist ein Ganz-Pergamentband. Am Rücken kann man die durchzogenen Pergament-Bünde sehen. Sie werden später über dem Falz in die Buchdeckel zurückgezogen.
Eben habe ich die Fälze eingepreßt und den Pergament-Nutzen auf dem Buchdeckel aufgeklebt.
Ich glaube, das Original war auch einmal vorne so eingeschlagen.
Hier ziehe ich die Pergamentbünde durch den Buchfalz in die Deckel ein.
Ganz rechts liegt noch ein Buch von 1558. Der Pergament-Einband war noch sehr gut erhalten (Habe aber den Schmutz vom Einband abgewaschen).
Das Buch hat an der Vorderkante einen weiten Einschlag. Auch die Riemchen zum Schließen des Buches habe ich erneuert.
Hier der Pergamentband mit der Pergament-Handschrift. - Die Handschrift war vermutlich eine Makulatur, vielleicht sogar zweimal beschrieben. Damals, nach Erfindung der Buchdruckes verwendeten die Buchbinder das Pergament solcher Handschriften nicht nur als Deckenmaterial, sondern auch oft zum Verstärken der Buchrücken (innen).
Ein Lederband in gutem, schönem Maroquien Leder (Oasen-Zigenleder, echten Bünden und handumstochenes Kapital.
Nun nochmals: Was soll ich mit solche einem Buch machen? Da gibt es wohl nichts mehr zu reparieren oder auszubessern.
Auseinandernehmen, Blätter flicken und glätten und ganz neu heften.
Allerdings war ich am “Mogeln”, oder ich hatte Kompromisse zu machen. Es war zuvor auf Doppelbünde geheftet. Welch eine Arbeit! Ich heftete es auf einfache, aber doch echte Bünde, verwendete aber einen dünneren Zwirn und hefte jede Lage durch. Zuvor war das Buch “abwechselnd geheftet”.
Eben habe ich das Buch eingeledert. Nun sind die Heftbünde abgebunden und der Rücke trocknet.
Die Ränder werden eingeschlagen.
Mit der Fileete drucke ich blinde Linien.
Außer diesen einfachen Blinddrucklinien hatte das Buch keine Verzierung oder Rückentitel.
Hier kommen die durch den Deckel gezogenen Heftbünde gut zur Geltung.
21. Juli 2009. Das ist ein Meßbuch in Deutsch. De Buchblock war bereits fertig gebunden, d.h. jemand anderes hatte bereits begonnen, das Buch zu binden, aber nicht fertiggestellt. Nun wurde das Meßbuch gebraucht. Da ich noch genug kleine Ledernutzen hatte, dachte ich mir, dass ich mal die Lederreste aufarbeite könne . Ein Lederstück reichte gerade für den Rücken, dazu noch für die Schiene auf jedem Deckel. Was in die Mitte hinein? Zuerst wollte ich eine einfache Lederintarsia machen, daber ich gab, auf, weil das zuvoiel Zeit gebracht hätte.
Dann kam ich auf die Idee mit dem weißen Kunstleder. Das PX sollte auch hinein. Aber der Golddruck wirkt nur auf dunklem Hintergrund . So machte ich den Goldpressdruck auf dem grünen Kunstleder, schnitt das Kunstsleder in einem Oval aus und setzte es als Intarsia in das weiße Kunstleder hinein.
Das war am 3. November 2009. Diesmal habe ich mich an Halbleder-Einbände heran gemacht. Ich habe so viele kleine Abfall-Ledernutzen herumliegen, dass ich welche aufarbeiten wollte. Das sind Decken-Bände. Auf die Rückeneinlage habe ich künstliche Bünde aufgeklebt. Das ergibt den Anschein von echten Bünden. Für die Rückentitel habe ich Titleleder verwendet. Das ergibt ebenfalls einen besonderen Effekt. Für das kleine rote Buch habe habe ich für die Rückendekorations-Pressvergoldung ein Klischee verwendet.